
Die Schafhaltung
Unsere extensive Bio-Schafhaltung fördert die Kreislaufwirtschaft und Biodiversität durch weidebasierte Fütterung. Wir verzichten auf synthetischen Dünger und setzen auf eigene, lokale Futterproduktion. Unsere Schafe pflegen und fördern eine artenreiche Landschaft, während ihr Dung den Boden belebt. Magere Weideflächen werden in ihrem Bestand gefördert und aufgewertet.
Zur Zeit besteht unsere kleine Herde aus 12 Auen der Rassen Schwarzbraunes Bergschaf und Engadiner Schaf.
Einige Fakten zu Schafen, die uns im täglichen Umgang mit ihnen vertraut sind
- Schafe gehören zu den ersten Tieren, die vom Menschen domestiziert wurden.
- Sie sind sehr sanfte, soziale Tiere, bauen Freundschaften auf, kämpfen nur äusserst selten miteinander und empfinden Trauer wenn eines ihrer Herdenmitglieder stirbt.
- Schafe sind in der Lage, bewusste Entscheidungen zu treffen. Ihre Gehirngrösse und Struktur gleichen der einiger Primatenarten.
- Genau wie Ziegen haben Schafe waagerecht langgezogene Pupillen und seitlich angeordnete Augen. Als Fluchttiere haben sie so ein weiteres Sehfeld, um potenziellen Raubtieren zu entkommen.
- Studien haben ergeben, dass Schafe verschiedene Emotionen wie Angst, Wut, Verzweiflung, Langeweile, Ekel und Glück empfinden können.
- Schafe haben hochentwickelte Fähigkeiten zur Gesichtserkennung. Sie entwickeln individuelle Sympathien, können sich mindestens 50 Gesichter ihrer Artgenossen und zehn von Menschen über zwei Jahre oder länger merken. Zudem sind sie in der Lage, Unterschiede in der Mimik festzustellen.
Damit die Schafhaltung in unserem Sinne gelingt
In der Haltung von Nutztieren, wir reden lieber von Begleitarten*, kann zwischen einer art- und einer wesensgerechten Haltung unterschieden werden. Aufgrund der Erfahrung mit unseren Schafen im täglichen Umgang, geben wir unser Bestes für eine Haltung, welche die oben beschriebenen Besonderheiten, das Wesen der Schafe berücksichtigt und den daraus resultierenden Bedürfnissen der Tiere gerecht wird.
Und trotzdem
Die natürliche Lebensdauer von Schafen kann unter idealen Umständen 20 Jahre betragen – dies ist oft noch nicht einmal den Tierhalter*innen bekannt. Männliche Lämmer erreichen als Nutztier einen Vierzigstel dieser Zeitspanne. Diese Zahlen gilt es in unserem Alltag mit den Tieren auszuhalten und die Tatsache, dass wir viel in ihren Lebensalltag investieren, soll nicht darüber hinwegtäuschen.
*Companion Species ist ein von Donna Haraway geprägter Fachbegriff und wird
gewöhnlich nicht ins Deutsche übersetzt. Dabei werden Haustiere nicht allein
als „Gefährten und Begleiter“ der Menschen betrachtet, bei denen der Mensch im Mittelpunk
des Handelns steht, sondern Formen von Lebenswelten zwischen Menschen und Tieren,
bei denen die Interaktion nicht allein vom Mensch bestimmt wird.
