
Der Obstgarten
Der Obstgarten ist eine ideale Ergänzung zur Schafhaltung, weil er, als Streuobstwiese bewirtschaftet, eine doppelte Nutzung zulässt: die Produktion von Früchten und die Schafhaltung.
Wir setzen auf Hochstammobstbäume, welche wir durch einen konsequenten Schnitt zu gut bewirtschaftbaren und stabilen Bäumen erziehen.
Eine Spezialität sind unsere Veteranen, die gleichermassen Biotop, Kulturgut und Produktionsmittel sind. Bisher ist es uns gelungen, fast vollständig auf die Regulierung von Schädlingen und Krankheiten verzichten zu können. Einzig die ganz jungen Bäume müssen wir für einen guten Start ins Leben vor Läusen und Mäusen schützen.
Naturnah bewirtschaftete Streuobstwiesen sind Lebensraum von vielen seltenen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. In unserem etwas 80 Aren grossen Obstgarten wachsen Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Quitten, Nussbäume, und Speierlinge. Insgesamt etwa 45 Bäume und fast gleich viele Sorten.
Die Produktion von Tafelobst auf Hochstammbäumen in einer konsequent giftfreien Bewirtschaftung widerspricht etwas den Erwartungen der Konsumenten an die Qualität und den Preis der Früchte. Für den Verkauf produzieren wir Most, Obstbrand und getrocknete Apfelringe. Das Tafelobst ist im Moment noch für den Eigengebrauch.
Etwas Geschichte zum Obstbau in der Schweiz
Bis in die 1950 Jahre waren Streuobstwiesen ein prägendes Landschaftsbild. 1951 erreichte der Bestand geschätzte 20 Millionen Bäume. Ein nicht unwesentlicher Teil der Ernten wurde zu Schnaps verarbeitet. Zwischen 1950 und 1975 wurden 11 Millionen Bäume gefällt. Einerseits um die maschinelle Bewirtschaftung der Felder und Heuwiesen zu erleichtern. Anderseits versuchte der Bund dadurch seiner Verpflichtung zu entgehen, Obstüberschüsse zu garantierten Preisen abnehmen zu müssen. Dies war eine Bedingung, dass die Bauern 1932 einer neuen Alkoholsteuer auf Obstbrand zustimmten. Aus den erwarteten Zolleinnahmen für Schnaps wurden so bald hohe Verluste bei der Übernahme minderwertigen Tafelobstes. Die 25-jährige Kampagne zum Umbau der Schweizer Obstproduktion ging als “Baummord” in die Geschichtsbücher ein.
